Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

Friedrich Hölderlin (20.03.1770 – 07.06. 1843)

Quelle

Neue Publikation zur Lage der Vogelwelt in Deutschland

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weisen auf die kürzlich veröffentlichte Publikation „Vögel in Deutschland – Übersichten zur Bestandssituation“ hin, in der die aktuellen Bestandsgrößen und Trends zu allen Brutvögeln Deutschlands und den regelmäßig in Deutschland rastenden Wasservögeln zusammengestellt sind. Anlass für die Aktualisierung der Bestandsgrößen und -trends war der im Oktober 2019 von der Bundesregierung bei der EU-Kommission abgegebene Bericht zur Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie.

Gezählt und erfasst wurden die Vögel überwiegend von Freiwilligen. Tausende Vogelbeobachterinnen und Vogelbeobachter beteiligen sich inzwischen an den bundesweiten Monitoringprogrammen oder geben ihre Gelegenheitsbeobachtungen in die online-Plattform ornitho.de ein.

Brutvögel: Anhaltende Verluste im Offenland, Erholung der Bestände im Wald

Der DDA schreibt: „Bemerkenswert sind auffällige räumliche Unterschiede des Vogelartenreichtums in Deutschland. Artenreiche Vogelgemeinschaften sind beispielsweise in den nordostdeutschen Agrarlandschaften dort erhalten geblieben, wo noch genügend Strukturen mit hohem Wert für Vögel und Insekten vorzufinden sind, wie mageres Grünland, Brachen, breite Ackerrandstreifen und ungenutzte Wegsäume nicht asphaltierter Feldwege. Im dicht besiedelten Westen und vielen Regionen Süddeutschlands haben sie dagegen das Feld bereits geräumt. Dies gilt insbesondere für viele gefährdete Vogelarten wie beispielsweise die Grauammer.

Im Gegensatz zur Agrarlandschaft haben sich die Vogelbestände im Wald und in Siedlungen in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Auffällig ist beispielsweise die deutliche Zunahme der Bestände von Waldvogelarten seit 2010. Die Ursachen für diese positive Entwicklung sind noch wenig verstanden. Eine wichtige Rolle spielt sicher das Älterwerden der Wälder und auch höhere Totholzanteile könnten einige Arten gefördert haben.“

Der Mittelspecht – eine seltene Vogelart im Bürgerwald anzutreffen

Das diesem Beitrag vorangestellte Foto eines Mittelspechts hat Frau Ruth Namuth in den ersten Januarwochen dieses Jahres im Bürgerwald Hof Schmetkamp aufgenommen. Nach der erwähnten Bestandsliste gibt es in Deutschland 34.000 bis 61.000 Reviere, zum Vergleich: beim Buntspecht sind es 830.000 bis 1,1 Mio. Beide Spechtarten weisen einen positiven Trend auf.

Der Mittelspecht, so in der Wikipedia, „ist eine in Mitteleuropa relativ seltene Vogelart aus der Familie der Spechte (Picidae). Die Art benötigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen Ästen und Stammbereichen. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes zeigt der Mittelspecht daher eine Bindung an alte Eichenwälder, wurde aber in den letzten Jahren auch in naturnahen Laubmischwäldern ohne wesentlichen Eichenanteil festgestellt.“ An anderer Stelle heißt es: „Man geht heute davon aus, dass weniger die Artenzusammensetzung eines Waldgebietes als dessen Alter und die Bewirtschaftungsform für das Vorkommen des Mittelspechts ausschlaggebend sind. Die Art benötigt zur Nahrungssuche Bäume mit grobrissiger Rinde oder stark strukturiertes Totholz. In forstlich bewirtschafteten Wäldern ist die Art daher auf Eichen angewiesen, da nur diese auch bereits in jüngerem Alter ausreichend grobrissig sind. In eichenfreien Wäldern ist außerdem ein ausreichendes Angebot an stehendem Totholz Basis für eine ausreichende Nahrungsgrundlage. Die Art ist demnach weniger an Eichen gebunden als an naturnahe, totholzreiche Wälder und gilt daher heute als Urwaldrelikt.“ (Der sehr ausführliche Lexikonbeitrag über den Mittelspecht zählt zu den als exzellent eingestuften Artikeln.)

Nach einer Übersicht, die die Waldbindung der Brutvögel darstellt, ist der Mittelspecht „vorwiegend im Wald mit Schwerpunkt im geschlossenen Wald“ anzutreffen (siehe BfN-Skript 544). In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens findet sich folgender Hinweis: „Der Mittelspecht profitierte von der Alterung der Wälder in NRW. 1997 wurde die Art noch in die Kategorie „Stark gefährdet“ eingestuft, 2008 in die Vorwarnliste und jetzt gilt sie als ungefährdet. Damit dies so bleibt, ist der Erhalt von Altholzbeständen notwendig.“

Links:

BfN: Vogelmonitoring

DDA: Vögel in Deutschland – Übersichten zur Bestandssituation

Direktdownload des Statusreports als PDF

Rote Liste der Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens

Kopfweiden geschneitelt

Mit fachmännischer Unterstützung durch Herrn Reckmann haben die Mitglieder der Naturfördergesellschaft, Michael Fritsche und Sabrina Thülig, die Kopfweiden auf dem Gelände Hof Schmetkamp gestutzt –  geschneitelt, wie man den Vorgang auch nennt. Durch die Bearbeitung erhalten die Bäume im Laufe der Jahre ihre charakteristische Form. Da heute die Kopfweiden keine ökonomische Bedeutung mehr für die Landwirtschaft haben, müssen Pflegemaßnahmen vorgenommen werden, da die Bäume ansonsten unter der Last der Äste auseinander zu brechen drohen.

Durch die vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten der Ruten und des Holzes waren die Weiden ein wichtiger Faktor im bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb früherer Zeiten. „Die Neuaustriebe, zunächst dünne Ruten, wurden als Flechtmaterial für Körbe, Reusen oder auch beim Hausbau zum Ausflechten der Gefache und als Flechtzaun genutzt. Die Entnahme der dünnen Ruten ein bis zwei Jahre nach dem Köpfen stellte eine gleichmäßige Ausdünnung des gesamten Kopfes dar und förderte die verbleibenden Austriebe, die nach 3 bis 5 Jahren das nächste Mal durchforstet wurden, um Stiele z.B. für Forken und Schippen zu gewinnen. Die auf dem Kopf verbliebenen Aufwüchse ließ man etwa bis zum 10. Jahr stehen, um diese dann als Brennholz zu gewinnen. Das heißt, der Baum wurde wieder geköpft, und der Umtrieb begann von Neuem. […]

Der Vorgang des Köpfens oder Rückschnittes hinterläßt an den Bäumen immer große Wunden, so daß Pilze in das Holz einwachsen und eine Fäulnis in Gang bringen können. Die Vermorschung, Vermulmung des Holzes und das Entstehen von Höhlen bieten einer Vielzahl von Insekten und anderen Tierarten einen vielseitigen Lebensraum auf Kopfweiden. Damit haben die Kopfweiden auch eine sehr große Bedeutung für den Artenschutz und sind ein wertvoller Lebensraum. Alte, dickstämmige Weiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzenarten Mittel europas. Weit über 100 Käferarten können auf ihnen leben.“ (Aus einer Broschüre des DVL – Deutscher Verband für Landschaftspflege.)

Zwei Kitas haben Interesse bekundet, die Äste für die Anlage eines Tipizeltes oder eines grünen Tunnels zu verwenden. Weiterer Arbeiten erfolgten an der Obstbaumallee. Hier standen einige Sträucher zu nah an den Obstbäumen. Der Vorstand bedankt sich auch bei den anderen Mitgliedern, die später beim Aufräumen geholfen haben. Dank an Frau Namuth für die Fotos oben.

Siehe auch „Maßnahmenblatt: Anpflanzung und Pflege von Kopfbäumen“ der Landwirtschaftskammer NRW mit weiteren nützlichen Informationen.

„Stadt, Land und prima Klima?“

Klimaschutz ist in aller Munde. Aber was genau geschieht in unserer eigenen Stadt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, lädt die Naturfördergesellschaft alle Interessierten am Mittwoch, den 12.02.2020, um 19 Uhr zum Thema „Stadt, Land und prima Klima?“ ins Kommunalforum ein.

Bereits seit mehreren Jahren ist die Stadt Sendenhorst auf diesem Gebiet in vielen Bereichen aktiv. Da die Stadt kürzlich außerdem den Klimanotstand ausgerufen hat, sollen die geplanten Klimaschutzmaßnahmen demnächst noch entschlossener umgesetzt werden und Beschlüsse auf ihre Klimawirksamkeit hin überprüft werden.

Dr. Johannes Hofmeister, Klimaschutzmanager der Stadt Sendenhorst, wird einen Überblick über die bisherigen Klimaschutzaktivitäten in Sendenhorst und die bereits erreichten Erfolge geben. Zudem bietet er einen Ausblick auf bevorstehende Klimaschutzmaßnahmen und -ziele und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.

Im Anschluss an den Vortrag steht Dr. Hofmeister gerne für Fragen und eine Diskussionsrunde zur Verfügung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Hof Schmetkamp im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt

Das Naturschutz- und Naherholungsgebiet Hof Schmetkamp steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (Steu) der Stadt Sendenhorst am 28. Januar 2020. Genauer:  es geht um die „Erarbeitung eines Konzeptes für die Nutzung des Geländes und der ‚alten Scheune‘ als Ort für Umweltbildung und nachhaltige Umweltentwicklung.“

Damit die Stadtverwaltung tätig werden kann, bedarf es eines entsprechenden Auftrags des Ausschusses. Der Beschlussvorschlag sieht vor,  dass die Verwaltung gemeinsam mit der Naturfördergesellschaft Sendenhorst (NFG), dem Naturschutzbund (NABU) und unter Beteiligung der derzeitigen Nutzergruppen die Erstellung eines Konzeptes für Hof Schmetkamp als Ort für Umweltbildung und nachhaltige Umweltentwicklung vorzubereiten. Hierzu sind zukünftige Nutzungsmöglichkeiten und -anforderungen insbesondere in Zusammenarbeit mit Nutzern zusammenzutragen und auf dieser Grundlage sowohl die Planungskosten für die Erstellung eines Nutzungskonzeptes als auch die Umsetzungskosten für die zukünftige Nutzung zu ermitteln sowie hieraus resultierend dem Ausschuss einen Beschlussvorschlag zur weiteren Vorgehensweise zu unterbreiten.

Sofern der Ausschuss dem Vorhaben zustimmt, wird die NFG einen Workshop mit allen auf dem Gelände aktiven Verbänden und Interessierten veranstalten, um herauszuarbeiten, was bei der Weiterentwicklung berücksichtig werden muss und wer wie das Gelände und die Scheune nutzen will und kann. Zu den Nutzergruppen gehören u.a. die Sendenhorster Kindergärten und die Montessorischule.

Die entsprechende Ausschuss-Vorlage finden Sie hier.

Update 29.1.2020

Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt das Projekt auf den Weg gebracht. Zum Artikel.